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Willi will’s wissen

Handball: Am Freitag hat Zweitligist TSG Ludwigshafen-Friesenheim Willi Weyhrauch verpflichtet. Der Rechtsaußen von den Füchsen Berlin erzielte gestern beim 30:24-Sieg gegen Tarp-Wanderup zwei Tore. Bob Hanning, Manager des Berliner Erstligisten, hält große Stücke auf Weyhrauch. Er machte den Blitztransfer möglich.

Schnelligkeit, Spielintelligenz, Sprungkraft: Diese drei Eigenschaften von Willi Weyhrauch (rechts) preist Bob Hanning, Manager des Bundesligisten Füchse Berlin. In seinem Jahrgang sei da niemand besser in Deutschland als Weyhrauch. In dieser Szene erzielt Weyhrauch sein erstes Tor für Friesenheim. FOTO: KUNZ

Ludwigshafen. Der Wechsel von Willi Weyhrauch von Handball-Erstligist Füchse Berlin zur TSG Friesenheim war so kurzfristig über die Bühne gegangen, dass der 19 Jahre alte Rechtsaußen gestern noch nicht einmal im aktuellen „Eulen-Spiegel“, dem Hallenheft der TSG Friesenheim, erwähnt war – und auch auf seinem Trikot mit der Nummer drei fehlte noch der Name bei seinem Debüt gegen die HSG Tarp-Wanderup. In der Kürze der Zeit war dies eben nicht mehr möglich. Denn am späten Freitagabend wurde das Ausleihgeschäft mit den Berlinern endgültig besiegelt.

Es war im wahrsten Wortsinne eine wahnsinnige Woche für Willi Weyhrauch. Am Mittwoch hatte er ein Gespräch mit Bob Hanning, dem Manager der Füchse Berlin. Der machte ihm den Wechsel nach Friesenheim schmackhaft, weil die TSG auf der Position des Rechtsaußens einen Engpass hat. Marco Hauk und Felix Kossler sind verletzt. Und Jugend-Nationalspieler Dominik Claus (17) soll nicht gleich verheizt werden. Weyhrauch stimmte zu. Am Donnerstag fuhr er schließlich mit seinem Vater nach Ludwigshafen. Derzeit wohnt er noch in einem Hotel. Doch Werner Fischer, Manager der TSG Friesenheim, bemüht sich, Weyhrauch für den einen Monat bei einer Familie unterzubekommen. Denn das Ausleihgeschäft ist zunächst bis zum 31. Dezember befristet – streng genommen bis zum 26. Dezember. Denn dann findet das letzte Spiel der TSG in diesem Jahr gegen Leipzig statt.

Willi Weyhrauch will in dieser Zeit beweisen, dass er das Zeug dazu hat, sich im Profihandball durchzusetzen. „Das ist ein guter Test für mich, zu schauen, ob ich dem Niveau gewachsen bin“, sagte der 19 Jahre alte Fachabiturient gestern.

Daran zweifelt Bob Hanning nicht. Er preiste gestern im RHEINPFALZ-Gespräch die Vorzüge von Weyhrauch: „In Sachen Schnelligkeit, Spielintelligenz und Sprungkraft gibt es in Deutschland in seinem Jahrgang keinen Besseren.“ Dafür habe er noch körperliche Defizite – was die Kraft angeht. „Das wird noch ein bis zwei Jahre dauern. Aber das hängt an ihm“, sagt Hanning. Weyhrauch trainiert bei den Profis der Füchse und gehörte zuletzt auch dem Kader an, der den EHF-Pokal in Berlin bestritt. Weyhrauch wurde unter Hanning viermal Deutscher Meister mit den B- und A-Junioren. „Das muss erst einmal einer schaffen“, sagte Hanning.

Weyhrauch wohnt noch im Internat der Füchse. Doch er wird bald in eine eigene Wohnung umziehen in Berlin. Sein Praktikum bei einer großen deutschen Versicherung wird er für diesen Monat kurz unterbrechen. Stattdessen steht nun die vierwöchige Probezeit bei der TSG Friesenheim auf dem Plan.

Der Einstand gegen Tarp-Wanderup war vielversprechend. Zwei Tore erzielte Weyhrauch. Es fehlte noch die Abstimmung, aber nach drei Trainingseinheiten war dies absehbar. „Das kriegen wir hin“, sagte Weyhrauch zuversichtlich. Das glaubt auch Hanning. „Die Zweite Bundesliga ist elementar wichtig für unsere deutschen Talente. In Friesenheim sind ja einige gewachsen“, sagte Hanning. Willi Weyhrauch könnte das nächste sein. Jedenfalls will es Willi wissen.


Zur Sache

Friesenheim im Stress

Das Spiel gestern gegen die HSG Tarp-Wanderup läutete für die TSG Friesenheim einen stressigen Monat Dezember ein. Sechs Begegnungen stehen auf dem Programm. Der letzte Monat im Jahr kann demnach mitentscheidend werden, wie die weitere Saison verlaufen wird. Nach dem Sieg gestern gegen den Aufsteiger Tarp-Wanderup geht es für Friesenheim nun am Samstag gegen Bundesliga-Absteiger TV Großwallstadt weiter (19 Uhr, Eberthalle).

Der weitere Friesenheimer Fahrplan im Überblick:
14.12.: Rimpar - TSG (20 Uhr)
18.12.: TSG - Neuhausen (19.30)
22.12.: Nordhorn - TSG (17)
26.12.: TSG - Leipzig (17). (mne)