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- Grafschafter Nachrichten

Wenn Meyer richtig aufdreht

HSG-Handballer ringen Tabellenführer Friesenheim mit 26:21 nieder

Gewinnertypen: (von links) Matthias Poll, Paul Trodler, Nils Meyer und Jens Wiese. Foto: Werner Westdörp

Neben dem achtfachen Torschützen Nils Meyer ragte auch Linksaußen Patrick Miedema beim Nordhorner Handball-Zweitligisten heraus. Beide nutzten die Lücken, die sich in der offensiven Friesenheimer Abwehrreihe auftaten.

Nordhorn. Das war ein Spiel ganz wie gemacht für Nils Meyer: Gegen den körperlich so präsenten Hünen des Tabellenführers TSG Friesenheim zeigte der 34 Jahre alte Routinier der HSG Nordhorn-Lingen eine enorme Spielfreude, warf sich mit Leidenschaft in die Zweikämpfe, lenkte geschickt das Angriffsspiel seines Teams, entwickelte zudem einen großen Tordrang – und überwand den gegnerischen Keeper Maximilian Bender aus nahezu allen Lagen. „Hat Spaß gemacht heute“, blieb Nordhorns überragender Spielmacher nach dem 26:21 (12:13)-Heimsieg des Nordhorner Handball-Zweitligisten am Sonntag ganz entspannt und zählte auf: „Gewonnen gegen den Spitzenreiter, viele Zuschauer und eine super Stimmung im Euregium.“ Insgesamt gut 1618 Zuschauer sahen eine vor allem in der Abwehr zur Höchstform auflaufende HSG-Truppe. „Das war sensationell, wie meine Spieler gefightet haben“, lobte Trainer Heiner Bültmann.

Dabei sah es Ende des ersten Durchgangs gar nicht gut aus für die HSG. Nordhorn war zwar bis zur 15. Minute auf 7:4 davongezogen, die ohne ihren verletzten Spielmacher Andrej Kogut angetretenen Friesenheimer fanden nach einem schwachen Start und einigen leichten Fehlern aber immer besser in die Partie. Und gingen vier Sekunden vor der Halbzeitpause erstmals in Führung: Shooter Gunnar Dietrich versenkte den Ball aus der zweiten Reihe in den Winkel. „Wir waren eigentlich gut im Spiel, haben aber einige blöde Fehler gemacht“, erkannte Meyer.

Friesenheims Trainer Thomas König erlebte in dieser Phase vor der Pause die besten Aktionen seiner Truppe, aber: „Leider sind wir dann aber etwas unorganisiert aus der Kabine gekommen.“ In der Tat: Die nun in der Abwehr überragende HSG ließ neun Minuten und 50 Sekunden keinen Gegentreffer zu und zog bis zur 40. Minute auf 17:13 davon. „Wir haben noch eine Schippe draufgelegt und mit Herz, aber auch mit Kopf verteidigt“, strahlte Bültmann. Nur einmal noch musste sein Team eine brenzlige Situation überstehen: In der 46. Minute hatten die Gäste auf 17:19 verkürzt und mit der zweiten Welle die Chance auf den Anschlusstreffer. Das Nordhorner Bollwerk hielt dem Druck aber stand, wehrte den Wurf ab und zog danach mit zwei Treffern des starken Patrick Miedema auf 21:17 davon. Der Sieg geriet danach nicht mehr in Gefahr, auch weil Nicky Verjans zwei Siebenmeter verwandelte und Miedema und Meyer (beide 8 Tore) treffsicher blieben. Die Beiden nutzten die Lücken, die sich ihnen boten, weil die Friesenheimer Defensivkette die HSG-Rückraumschützen Jens Wiese und Nicky Verjans früh attackierte. „Wir haben unsere Vorgaben klasse umgesetzt“, freute sich Bültmann über einen überaus gelungenen Jahresausklang im Euregium. Ein sportliches Ziel bleibt ihm 2013 noch: „Wir fahren jetzt am 2. Weihnachtstag mit viel Rückenwind nach Großwallstadt.“