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„Ich hab’ sie alle gern“

Sport-Plauderei: Mit Günter Stürm (TSG Friesenheim)

Die Jugend hält ihn jung: Günter Stürm. Links Horst Konzok. FOTO: KUNZ

LUDWIGSHAFEN. In der Serie Sport-Plauderei stellen wir Menschen vor, die sich hinter den Kulissen des Sports engagieren. Heute: Günter Stürm (81). Der gelernte Stahlbauschlosser ist seit 1993 Rentner. Der Betreuer der Zweitliga-Handballer der TSG Friesenheim ist – wie seit über 30 Jahren – auch am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Eberthalle im Einsatz. Die „Eulen“ spielen um 17 Uhr gegen SC DHfK Leipzig.

Herr Stürm, wie lange sind Sie schon Betreuer der TSG Friesenheim?
Ich habe jahrelang beides gemacht, Betreuer und Wischer. Dann gab es eine Regeländerung. Der, der auf der Bank sitzt, darf nicht auch gleichzeitig Wischer sein. Ich bin seit der Oberliga dabei, mehr als 30 Jahre.

Wie kamen Sie dazu?
Durch meinen Sohn Rico. Als er in der Jugend spielte, war ich immer dabei. Ich hatte ein Auto – es waren immer dieselben, die die Kinder zu den Spielen gefahren haben. Rico hat dann ja auch in der Ersten gespielt. Rechtsaußen. Er war schnell, hatte Kraft wie ein Ochs’. Er war gut, talentiert, aber zu nervös und hatte nicht den ganz großen Ehrgeiz. Bei den Spielen hat er heute seinen Stammplatz zwischen Eingang und Tribüne.

Was sind Ihre Aufgaben?
Ich bin das Mädchen für alles.

Samstag in Nordhorn, Training an Weihnachten, am zweiten Weihnachtsfeiertag das Zweitligaspiel gegen Leipzig, lange Fahrten, Einsatz an Weihnachten. Was motiviert Sie? Was sagt Ihre Frau zu Ihrem Hobby?
Auch meine Frau sagt, wenn du arbeitest, geht es dir gut. Durch die Arbeit mit den Jungen bleib’ ich jung. Einmal, vor vier Jahren, hab’ ich mal ausgesetzt wegen eines Bandscheibenvorfalls. Als ich aus dem Krankenhaus entlassen werden sollte – ein leichter Herzinfarkt, zehn Tage später war ich wieder draußen und war abends wieder in der Halle. Ich wohne ja gleich neben dem Klinikum, da konnte ich tagsüber die Reha machen.

Wie oft sind Sie in der Halle?
Eigentlich jeden Tag, wenn Training ist auch zweimal am Tag.

Sie werden am 10. Januar 2014 82 Jahre alt?
Ja, aber ich werde beim Training sein. Ich war auch beim 80. in der Halle. Ich wollte ja schon vor fünf Jahren aufhören, aber die Spieler haben gesagt, mach’ weiter, wir brauchen dich. Schön, das zu hören.

Haben Sie auch Sport getrieben?
Ich war Fußballer bei Phönix Ludwigshafen. 1965 habe ich aufgehört.

Was war für Sie als Betreuer der TSG das schönste Erlebnis?
2010 der Aufstieg in die Bundesliga und die Spiele in vollen Hallen, 8000, 9000 Zuschauer!

Was war das traurigste Erlebnis?
Der Abstieg aus der Bundesliga.

2014 könnte der Aufstieg gelingen.
So wie es aussieht ... Aber bis es so weit ist, fließt noch viel Wasser den Rhein runter.

Wie sehen Sie die Leistungen der aktuellen Mannschaft?
Wunderbar!

Sie haben viele Trainer erlebt ....
Franz Hutter, Werner Fischer, Winfried Job, jetzt Thomas König – ich kam mit allen gut klar.

Haben Sie einen Lieblingsspieler?
Ja, ich hab’ sie alle gern!

Interview: Horst Konzok