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„Es kann was Großes passieren“

Interview: Andrej Kogut (25) ist Spielmacher und Ideengeber beim Handball-Zweitligisten TSG Ludwigshafen-Friesenheim. Mit einem ungefährdeten 33:18 Auswärtserfolg in der Nähe von Würzburg bei DJK Rimpar Wölfe haben die „Eulen“ ihre Spitzenposition in der Liga ausgebaut. Über die aktuelle Situation und Zukunftsaussichten spricht der mehrfache Junioren-Nationalspieler.

Räumt seinem Friesenheimer Team gute Aufstiegschancen ein: Andrej Kogut (rechts). Die Pluspunkte seien die Reife und Ausgeglichenheit des Kaders. FOTO: UWE BECK

Glückwunsch, Herr Kogut. Mannschaften wie Hildesheim und Hüttenberg sind in Rimpar schon unter die Räder gekommen. Die TSG Friesenheim nahm die Hürde im Schongang.
Wir waren vor diesem Gegner, der in eigener Halle schwer zu besiegen ist, gewarnt. Entsprechend konzentriert sind wir aufgetreten, haben kaum technische Fehler gemacht und sind nicht in Hektik verfallen. Wir haben alles richtig gemacht. Am Ende durften sich sogar unsere talentierten jungen Spieler beweisen.

Noch drei Spiele (Neuhausen, Nordhorn, Leipzig) stehen bis zum Jahresende auf dem Programm. Was hat sich die Mannschaft dafür vorgenommen?
Die zwei Heimspiele gegen Neuhausen und Leipzig wollen wir auf jeden Fall gewinnen. Auch in Nordhorn versuchen wir etwas Zählbares mit nach Hause zu bringen. Unser Ziel ist es, auf einem Aufstiegsplatz zu überwintern. Dafür stehen die Chancen ganz gut.

1:5 Zähler zu Beginn haben nichts Gutes für die Saison erahnen lassen. Mittlerweile gehört die TSG zu den Topteams der Liga.
Bei der intensiven Vorbereitung auf die Saison haben wir gemerkt, dass wir einen sehr guten Kader haben. Der Sieg im Pokal beim Bundesligaabsteiger TV Großwallstadt hat uns weiter gepusht. Dann kam die Enttäuschung über die Niederlagen in Essen und Rostock. Das haben wir intern besprochen und aufgearbeitet. Uns war klar, dass wir nicht viel verändern müssen. Unsere Strukturen stimmen. Mit acht Siegen in Folge haben wir uns an das Feld herangekämpft und gezeigt, dass die Richtung bei uns stimmt. Nach der Niederlage in Aue hatten wir ein, zwei Tage schlechte Stimmung. Danach haben wir wieder eine Erfolgsserie begonnen.

Wenn die Mannschaft oben in der Zweitliga-Tabelle mitspielt, steigt auch die Euphorie im Umfeld der TSG Friesenheim. Wie nehmen die Spieler das auf?
Das ist zusätzliche Motivation für uns. Wir freuen uns, wenn uns wie in Bietigheim und jetzt in Rimpar so viele auswärts unterstützen. Die Fans merken, dass in dieser Saison wieder etwas Großes passieren kann. Auch die Fans wollen am liebsten wieder in die Bundesliga zurück.

Welche Mannschaften haben die größten Chancen für einen Bundesligaaufstieg? Welche Faktoren werden letztendlich den Ausschlag geben?
Bietigheim, Erlangen, Essen und auch uns räume ich gute Chancen ein. Aufsteigen werden die Teams, die auswärts die meisten Punkte einfahren. Das ist uns bisher ganz gut gelungen. Weil es schwierig ist, auswärts einen Rückstand aufzuholen, muss man in der Fremde noch disziplinierter agieren. Verletzte dürfen keine mehr hinzukommen. Da haben wir leider auch schon wieder negative Erfahrungen gesammelt, dies aber recht gut kompensieren können. Unseren Pluspunkt sehe ich in der Reife und Ausgeglichenheit des Kaders. Ich bin jetzt auch schon das vierte Jahr dabei. Wir haben etliche gestandene Spieler in unseren Reihen, die noch einmal Bundesliga spielen wollen. Man muss keinen Starkader besitzen, wie es der Bergische HC in seinem Aufstiegsjahr hatte. Die Stimmung bei uns ist sehr gut und wir wollen jedes Spiel gewinnen.

Interview: Stefan Naumer


Zur Person

Andrej Kogut

2010 wechselte Andrej Kogut vom Bundesliga-Absteiger HSG Düsseldorf zur TSG Friesenheim. Mit den „Eulen“ musste Kogut ein Jahr später wieder den Gang in die Zweite Liga antreten. Großes Ziel ist die Rückkehr in die Bundesliga. Seinen bisher größten sportlichen Erfolg feierte Andrej Kogut 2009 mit dem Gewinn der Junioren-Weltmeisterschaft. Seine Spezialität sind Schlagwürfe aus der Distanz. Neben dem Handball absolviert der 25-Jährige ein betriebswirtschaftliches Studium an der Fernuniversität Hagen. (nau)