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Die Heimmacht

HANDBALL: Die TSG Friesenheim hält Bundesliga-Absteiger TV Großwallstadt ziemlich klein und gewinnt verdient mit 29:25. Trainer Thomas König kann mit seiner Mannschaft sehr zufrieden sein.

Starker Auftritt
TSG-Kreisläufer Erik Schmidt wirft gegen seinen ehemaligen Verein, den TV Großwallstadt, sechs Tore. (foto: kunz)

LUDWIGSHAFEN. Paul Breitner, Fußball-Nationalspieler des FC Bayern München, sagte 1973 einmal, dass die Bayern die Punkte per Post nach Kaiserslautern schicken können. Denn zu dieser Zeit war der FCK auf dem Betzenberg eine Macht in der Fußball-Bundesliga. Derzeit sieht es bei den Zweitliga-Handballern der TSG Ludwigshafen-Friesenheim so ähnlich aus. Die Pfälzer gewannen gestern Abend vor 1480 begeisterten Zuschauern, mal abgesehen von den Fans des TV Großwallstadt, verdient mit 29:25 (14:12) und festigen damit ihren Spitzenplatz in der Tabelle. Dritter ist die TSG gegenwärtig mit 21:7 Punkten, hat aber am 26. Januar 2014 noch das Nachholspiel gegen den VfL Bad Schwartau.

Es war gestern der siebte Sieg im siebten Heimspiel. Die Friedrich-Ebert-Halle ist für die TSG sozusagen der Betzenberg für den FCK zu dessen Glanzzeiten. Dabei sah es gestern zunächst gar nicht nach einem klaren Sieg aus. Friesenheim setzte sich mit 8:4 ab (14.), verspielte aber die Führung leichtfertig. Plötzlich führte Großwallstadt 10:9 (22.). Es bahnte sich ein enges Spiel an. Doch kurz vor der Halbzeit und direkt danach trumpfte die TSG auf und zog auf 17:12 davon (33.). Zeitweise baute das Team von TSG-Trainer Thomas König den Vorsprung auf acht Tore aus.

„Bis auf die Chancenauswertung war das top“, sagte König bestens gelaunt. Seine Spieler hätten die Geduld behalten und immer die richtigen Entscheidungen getroffen. König: „So müssen wir in Abwehr und Angriff weitermachen.“

Einer der besten im Team der TSG – neben Torwart Kevin Klier, Gunnar Dietrich und Philipp Grimm – war gestern Erik Schmidt. Der Kreisläufer der TSG hat die Chance regelrecht beim Schopfe gepackt, die Krankheitspause von Christian Klimek (Lungenentzündung) ausgenutzt und sich in die Stammmannschaft gespielt. Sechs Tore erzielte Schmidt gestern – und das gegen einen der besten Abwehrspieler, den isländischen Nationalspieler Sverri Andreas Jakobsson. „Als ich bei Großwallstadt in der Jugend spielte, trainierte ich bei den Profis mit. Da war Jakobsson schon dabei. Der hob mich damals einfach hoch und stellte mich beiseite. Das war heute anders“, erzählte Schmidt. Den klaren Sieg wollte der Student aber nicht überbewerten. „Es war über weite Strecken sehr eng und die Liga ist total ausgeglichen“, meinte der 2,02 Meter große Schmidt. Die Punkte mit der Post nach Ludwigshafen zu schicken, kommt für ihn nicht infrage. Zum einen, weil das nicht geht, und zum anderen, kennt Schmidt den Spruch von Paul Breitner nur vom Hörensagen. Damals war er nämlich noch gar nicht auf der Welt. Schmidt ist 21 Jahre alt.

TSG Friesenheim: Klier (35. Bender für einen Siebenmeter) – Lex (2), Kogut (5), Dietrich (3) – Claus (1), Grimm (8/4) – Schmidt (6) – Klee, Just (4), Claussen

TV Großwallstadt: Putera (15., 24., 33., Lenz, jeweils für Siebenmeter, ab 43.) – Lopez (2), Pomeranz (3), Fridgeirsson (3) – Spatz (8/5), Holst – Kohlbacher (3) – Jakobsson, Nikolic (2), Eisenträger (3), Arnaud, Kretschmer (1)

Spielfilm: 1:0 (1.), 3:3 (6.), 8:4 (14.), 8:8 (19.), 9:9 (20.), 9:10 (22.), 11:11 (26.), 12:12 (28.), 14:12 (30.), 17:12 (33.), 18:13 (35.), 23:17 (39.), 26:20 (51.), 28:24 (59.) 29:25 (60.) – Zeitstrafen: 3-4 – Siebenmeter: 7/5 - 5/5 - Beste Spieler: Klier, Schmidt, Dietrich, Grimm - Spatz, Jakobsson - Zuschauer: 1480 - Schiedsrichter: Schembs/ Weyell (Nackenheim/Nieder-Olm). (mne)