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- Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim

Warm-up: Hüttenberg kommt als Rangdritter zu den Eulen

Philipp Grimm: "Hüttenberg ist ähnlich stark einzuschätzen wie Emsdetten" - Foto: Reis

(gek) Hauchdünn, nämlich mit 23:22, hatten die Handballer der TSG Ludwigshafen-Friesenheim in der letzten Saison den TV Emsdetten auf eigenem Parkett besiegt. Dass die junge, um den erfahrenen Stephan Just erweiterte Truppe dies in der laufenden Saison würde wiederholen können, war zwar nicht ausgeschlossen, aber es war eine ganz schwere Hürde, die es zu nehmen galt. Die Mannschaft von Patrick Liljestrand war als Tabellenführer an den Rhein gekommen mit der bis dahin besten Abwehr aller Teams im Unterhaus des deutschen Handballs. Und die international besetzte Auswahl hatte in sechs Spielen nicht einen einzigen Punkt abgegeben.

Was Kevin Klier und seine Vorderleute gegen Emsdetten im ersten Durchgang auf die Platte brachten, erinnerte an die Aufstiegssaison. Die Abwehr packte zu, ging frühzeitig an den Mann und was durchkam, war eine Beute des Torwarts. Einige Bälle wurden direkt abgegriffen und tolle Gegenstöße inszeniert. Der Angriff schloss derart effektiv ab, dass es eine wahre Freude war. Die Kugel lief schnell durch die eigenen Reihen und die Emsdettener Abwehr wurde mächtig durcheinandergewirbelt. Nach nicht einmal 17 Minuten hatte Liljestrand die grüne Karte bereits zum zweiten Mal auf den Tisch gelegt. Und auch diese Unterbrechung nutzte nichts, die Eulen spielten weiter wie im Rausch. Als Jan Claussen in der 26. Minute das 14:4 markierte, war es im Hallenrund praktisch ausgemacht - die TSG würde, nach dem Auswärtscoup in Eisenach, für eine weitere Überraschung sorgen.

Emsdetten kam auf und zeigte besonders im Angriff individuelle Qualitäten. Der Vorsprung schmolz dahin und betrug gut zwei Minuten vor dem Ende nur noch ein Tor. Mit großem Kampfgeist und einer bewunderswerten Willensstärke brachten Andrej Kogut & Co den Sieg nach Hause. 26:23 war der Spitzenreiter geschlagen - und das völlig verdient. Damit hat die Mannschaft von Thomas König ihre letzten drei Heimspiele gewonnen.

Arni Thor Sigtryggsson kehrt nach dreieinhalb Wochen Verletzungspause wieder aufs Parkett zurück - Foto: Reis

Die jüngste Ausfahrt nach Aue war indessen nicht von Erfolg gekrönt. In Sachsen verloren die Rothemden ihr viertes Saisonspiel, nachdem sie zuvor vier Partien in Folge gewonnen hatten. "Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen", erläuterte Felix Kossler, der nach über sieben Monate Verletzungspause insgesamt eine knappe Viertelstunde auf dem Parkett war, "und waren ziemlich schlecht." Trotzdem war die Chance in der 2. Halbzeit da, etwas Zählbares mitzunehmen, als die König-Formation durch Stephan Just mit 22:21 in Front gegangen war und Erik Schmidt in der 51. Minute zum 23:23 getroffen hatte. Aber die Hausherren machten in der Restspielzeit den Sack endgültig zu und siegten 30:26. "Das war auch verdient", bilanzierte Philipp Grimm.

Der TV Hüttenberg kommt als Drittplatzierter nach Ludwigshafen und hat bei 11:5 Punkten nur drei Zähler mehr gesammelt als die TSG. Die Liga ist selbst nach acht Spielen derart eng beieinander, dass es nach jedem Spieltag zu etlichen Verschiebungen kommt. Hüttenberg spielt eine unangenehme 3:2:1-Abwehr und ist so besonders auf Gegenstöße aus.

Für die Mittelhessen geht mit der Partie gegen die Auswahl von Thomas König eine "englische" Woche zu Ende. Im Ligaalltag sorgte das 23:22 über den auswärts zuvor unbesiegten ThSV Eisenach am letzten Wochenende für den 5. Saisonerfolg und das Aufrücken auf einen Aufstiegsplatz. Vier Tage später musste die Formation von Heiko Karrer im DHB-Pokal gegen den Erstligisten Balingen-Weilstetten ran. Der Bundesligaabsteiger verkaufte sich ohne die geschonten Florian Laudt, Matthias Ritschel (beide Grippe) sowie Sebastian Weber (Rückenprobleme) achtbar und schied letztlich durch eine 30:32-Niederlage aus dem Wettbewerb aus. Heiko Karrer im Gießener Anzeiger: "Ich muss meinen Spielern wirklich ein Kompliment machen, dass sie auch ohne drei wichtige Spieler so stark dagegengehalten haben. Das zeigt die vorhandene Breite unseres Kaders."

Stephan Just will dazu beitragen, dass die Heimserie der TSG weiter ausgebaut wird - Foto: Reis

"Zu Hause können wir jeden schlagen", sagt Felix Kossler, der sich im Abschlusstraining, dem auch die verletzten Akteure Ognjen Backovič, Jan Claussen und Benjamin Matschke beiwohnten, beim Fußballspiel Alt gegen Jung schon einmal warm geschossen hat. Dem Rechtsaußen gelang ein Hattrick, die restlichen Tore steuerten Philipp Grimm und Marco Hauk (2) bei. Fehlen wird darüber hinaus auch Maximililan Kraushaar, der sich in dieser Woche im Training am Sprunggelenk verletzte (Bänderriss). "Hüttenberg ist einer der schwereren Gegner und ähnlich stark einzuschätzen wie Emsdetten", zollt Philipp Grimm dem Gegner großen Respekt. "In der Vergangenheit gab es einige heiße Duelle gegen den TVH. Wir können ihn schlagen, dafür gilt es ihre 3:2:1-Abwehr zu knacken. Hüttenberg hat eine sehr eingespielte Mannschaft, die in den letzten Jahren immer nur punktuell verstärkt worden ist und in Florian Laudt einen überragenden Spieler in seinen Reihen hat." Arni Thor Sigtryggsson kehrt nach seinem Muskelfaserriss wieder auf die Platte zurück und kennt gleichfalls die große Stärke des Konkurrenten: "Wir müssen ihre Abwehr lösen durch viel Bewegung und dürfen nur wenige Fehler machen, damit wir keine Gegenstöße fassen. Wir gehen in dieses Spiel, um es zu gewinnen. Dazu brauchen wir eine gute, ja sehr gute Leistung."

Frederic Linker und Sascha Schmidt, beide aus Herne, leiten die Partie in der Friedrich-Ebert-Halle. Der Anwurf erfolgt am Samstag, 27. Oktober 2012, um 19 Uhr.