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- Thüringer Allgemeine

ThSV Eisenach kassiert gegen Friesenheim zweite Heimpleite

Eisenachs Nick Heinemann schließt kraftvoll ab. Foto: Sascha Fromm

Handball-Zweitligist ThSV Eisenach kassiert die bereits zweite Heimniederlage. TSG Friesenheim gewinnt überraschend 28:26 (13:11). Coach Adalsteinn Eyjolfsson entschuldigte sich bei den Zuschauern. Miserable Wurfausbeute

Eisenach. Der Handball-Zweitbundesligist ThSV Eisenach kassierte eine völlig unerwartete 26:28 (11:13)-Heimpleite gegen die TSG Friesenheim und verabschiedete sich damit zunächst aus der Tabellen-Spitzengruppe. Die Wartburgstädter, bei denen nur Kapitän Benjamin Trautvetter überzeugen konnte, vermochten in keiner Weise an die jüngsten Auswärtsleistungen, wie beim 29:20-Sieg in Erlangen, anzuknüpfen. Und das gegen einen Kontrahenten, der aufgrund des Fehlens von gleich vier Stammkräften (Backovic, Sigtryggsson, Matschke, Kossler) nur mit "Durchhalteparolen" gen Thüringen kam, wie Thomas König, der Coach der TSG Friesenheim, im Nachgang einräumte.

Nach dem Abpfiff lag er sich mit seinem Team jubelnd in das Armen. Die Gäste trumpften mit Effizienz und Leidenschaft gleichermaßen auf, hatten in Andrej Kogut einen überragenden und selbst torgefährlichen Regisseur, an dessen Seite sich die "Jungspunde", wie Christopher Klee, sonst in der Pfalzliga am Ball, von Minute zu Minute selbstbewusster zeigten. Obwohl im Vorfeld angesprochen, zappelten die Schlagwürfe der Gäste im Eisenacher Kasten. Die Hausherren offenbarten ungewohnte Abwehrschwächen.

Schweigeminute vor dem Spiel für den verstorbenen Handballer Erhard Wunderlich. Foto: Sascha Fromm

Aber auch im Vorwärtsgang fehlten Power und Kreativität. Großes Manko der Eisenacher von Beginn: die Wurfausbeute! Der sonst kaltblütig vollendende Nick Heinemann, Eryk Kaluzinski, Girts Lilienfelds und Adrian Wöhler brachten bereits in der Auftaktviertelstunde das Leder in Serie nicht am Gästekeeper Kevin Klier vorbei. Das 5:4 durch Duje Miljak (13.) sollte die letztmalige Eisenacher Führung bis zur 40. Spielminute sein.

Der neuerliche Schachzug mit zwei Spielmachern gleichzeitig, mit Tomas Sklenak und Hannes Jonnson, brachte nicht den gewünschten Erfolg. Lediglich bei Ballstafetten zur Kreismitte, zu Benjamin Trautvetter, wackelte die Friesenheimer Abwehr, die ansonsten den Durchblick bewahrte. "Unsere 6:0-Deckung und ein überragender Kevin Klier im Tor waren der Schlüssel des Erfolges", jubelte Thomas König. Der Keeper parierte 19 Bälle, mehrfach aus Nahdistanz. Er vernagelte auch im Schlussgang seinen Kasten. Die Hausherren hatten einen 22:24-Rückstand (53.) noch in eine 26:25-Führung (57.) verwandelt, profitierten hierbei von einer doppelten Überzahl. Doch erst Jonsson und dann auch Sklenak brachten das Leder nicht am Friesenheimer Keeper vorbei.

Die Gäste hingegen nutzten eiskalt ihre Torchancen über die Rechtsaußenposition. Marco Hauk traf mit seinem siebenten Treffer zum 26:27 (59.). Im letzten Eisenacher Angriffszug, nach einer Auszeit, einer Besprechung an der Bank, landete das Leder im Seitenaus. Andrej Kogut, ebenfalls mit seinem siebenten Treffer zum 26:28 (60.), machte die faustdicke Überraschung perfekt. "Ich bin einfach nur stolz auf diese Mannschaft. Praktisch mit sieben Feldspielern haben wir diesen Sieg gelandet. Dem jungen Jan Clausen gelangen zwei wichtige Tore", strahlte König. "In Eisenach zu gewinnen, das ist ein Traum. Kampfgeist, Wille und eine hohe Effektivität gaben den Ausschlag für uns. Und hinten konnten wir uns stets auf Torhüter Kevin Klier verlassen", erklärte ein überglücklicher Marco Hauk.

Wiedergutmachung wird gegen Aue angestrebt

Ganz anders die Stimmungslage bei Adalsteinn Eyjolfsson, dem Coach der Wartburgstädter: "Wir waren gegenüber der Vorwoche von der spielerischen Qualität nicht wieder zu erkennen. Uns fehlte es an Qualität und Mentalität. Wir fanden nicht zu unserer Linie, nicht zu unserem Rhythmus, setzten die Vorgaben nicht um. Wir verfielen in Hektik und Panik. Friesenheim kontrollierte das Tempo. In Überzahl, selbst in doppelter Überzahl, vermochten wir beste Chancen nicht zu nutzen." An die erneut über 1800 Zuschauer gerichtet, erklärte der Isländer: "Wir müssen uns bei den Zuschauern entschuldigen. Sie haben diese Leistung nicht verdient. Zwei Heimniederlagen in Folge, das ist unseren Fans und unserem Verein nicht würdig. Wir hoffen, unsere Fans kommen dennoch zum Derby gegen Aue. Wir sind in der Schuld. Eine Riesen-Wiedergutmachung ist angesagt."

Vor dem Traditionsderby gegen den EHV Aue am kommenden Samstag, 19.30 Uhr, in der Werner-Aßmann-Halle, ist die Stimmung im Eisenacher Lager erst einmal mächtig abekühlt.