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Auf den Spuren seines Vorgängers

Handball: Der Friesenheimer Kreisläufer Christian Klimek wächst immer besser in die Rolle von Evgeni Pevnov herein

Christian Klimek (rechts) kennt keinen Schmerz, sagt er. „Ich habe von Evgeni Pevnov profitiert“, ergänzt der Kreisläufer der TSG Friesenheim, hier bei einem seiner fünf Tore gestern gegen die HSG Nordhorn-Lingen. FOTO: KUNZ-HARTMANN

LUDWIGSHAFEN. Die Messlatte liegt hoch für Christian Klimek. Doch für den 22 Jahre alten Kreisläufer des Handball-Zweitligisten TSG Ludwigshafen-Friesenheim scheint dies kein Problem zu sein. Gestern erzielte Klimek fünf Tore beim 31:26 (16:14)-Sieg gegen die HSG Nordhorn-Lingen vor 1130 Zuschauern in der Eberthalle. Er war einer der besten Akteure.

Zum sechsten Mal hatte Klimek gegen Nordhorn-Lingen getroffen (58.). Doch das Tor zählte nicht. Klimek war irritiert. Er hob fragend seine beiden Hände. TSG-Trainer Thomas König hatte gerade zum dritten Mal die Auszeit genommen. König ärgerte sich hernach über sein Handeln. Es waren nur Bruchteile von Sekunden zwischen dem Wurf Klimeks und der Auszeit gewesen.

„Das war sehr ärgerlich. Ich hätte gerne noch das Tor gemacht. Ich habe aber den Pfiff nicht gehört”, nahm Klimek seinen Coach den Schritt nicht übel: „Entscheidend ist das Endergebnis.”

Klimek ist ein ähnlicher Verschnitt wie sein Vorgänger Evgeni Pevnov. Der wechselte vor zwei Jahren zu den Füchsen Berlin. Klimek soll ihn ersetzen. Klimek ist gebürtig aus Worms und stieß in der A-Jugend zur TSG Friesenheim. „Ich habe von Evgeni profitiert. Ich habe auch die Art wie Evgeni zu spielen”, sagt Klimek. Er scheint - wie einst auch Pevnov - Publikumsliebling zu werden. Es ist wohl die Art, alles zu geben und sich für die Mannschaft zu opfern, die bei den Fans ankommt. „Ich fühle mich hier sehr wohl und wie uns das Publikum unterstützt hat, das war einfach nur genial”, sagte Klimek gestern.

Wie Pevnov kennt Klimek keinen Schmerz. „Wenn ich im Spiel bin, dann versuche ich immer mein Bestes zu geben”, sagt der 2,02 Meter lange Kreisläufer. Gestern bildete er zusammen mit dem 2,04 Meter langen Erik Schmidt den Innenblock. Da gab es für den Ex-Bundesligisten aus der Grafschaft Bentheim kaum ein Durchkommen. Außerdem glänzte in der Schlussphase TSG-Torwart Kevin Klier. Das Zusammenspiel zwischen Torwart und Abwehr verlief über weite Strecken gut. Daran änderte sich nichts, als Ognjen Backovic (8.) und später Arni Thor Sigtryggsson verletzt ausscheiden mussten. Die Gäste kamen dennoch auf 20:20 (39.) heran, aber die junge Garde der TSG agierte besonnen. „Die Jungen haben sich von den älteren Spielern anstecken lassen”, meinte Klimek augenzwinkernd.

„Wichtig war, dass sie nicht nervös geworden sind”, ergänzte Rechtsaußen Marco Hauk. Der Routinier hatte in den Schlussminuten seine stärkste Phase und war mit vier Toren in den letzten zehn Minuten erfolgreich. „Wenn man kämpft, dann wird man für seinen Einsatz belohnt”, lobte Hauk die Einsatzbereitschaft aller TSG-Spieler. „Die jungen Spieler haben ein enormes Potenzial. Man muss mit ihnen nur Geduld haben”, meinte der 28 Jahre alte Hauk.