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Apollos Raketenstart

HANDBALL: Die TSG Lu'-Friesenheim gewinnt nach einer Galavorstellung in der ersten Halbzeit mit 26:23 gegen Tabellenführer TV Emsdetten. Es ist die erste Niederlage der Gäste. TSG-Neuzugang Just trumpft auf.

DYNAMISCH
Der Friesenheimer Neuzugang Stephan Just setzt sich gegen die Emsdettener Elvir Selmanovic (links) und Stefan Thünemann kraftvoll durch. (foto: kunz-moray)

LUDWIGSHAFEN. Die TSG Ludwigshafen-Friesenheim hat die Siegesserie des TV Emsdetten mit einer grandiosen Leistung gestern Abend vor 1380 begeisterten Zuschauern gestoppt. Mit 12:0 Punkten und der besten Defensive in der Zweiten Handball-Bundesliga kamen die Westdeutschen in die Eberthalle. Doch davon war zumindest in der ersten Halbzeit nichts zu sehen. Die TSG Friesenheim spielte nämlich in den ersten 30 Minuten Handball wie aus dem Lehrbuch.

Friesenheims Neuverpflichtung Stephan Just hatte mit seinem Treffer zum 1:0 nach erst fünf Spielminuten die Galavorstellung der gastgebenden TSG eröffnet. Nach 17 Minuten führte die TSG 8:2 und nach 26 Minuten 14:4 gegen den Spitzenreiter - so etwas hatte es bislang noch nie in der Eberthalle gegeben. Wie entfesselt spielte die Mannschaft von TSG-Trainer Thomas König auf. „Das war Handball aus einem Guss”, schwärmte König.

Nach allen Regeln der Handball-Kunst nahmen die Gastgeber den Tabellenführer auseinander. „Wir haben die ersten 20 Minute Vollgas gegeben”, sagte TSG-Mittelmann Andrej Kogut, „danach pumpten wir schon.” Nun, der TSG ging nicht die Luft aus, doch die Leichtigkeit ging verloren. Nach so einer perfekten Darbietung konnte es keine Steigerung mehr geben. „Die Ausgangssituation vor dem Spiel war: Wir können nichts verlieren. Nach dem 14:4 aber konnten wir etwas verlieren”, schilderte König.

So kam es letztlich auch. Das Top-Niveau aus der ersten Halbzeit hielt die TSG nicht mehr. Emsdetten verkürzte den Abstand kontinuierlich. Plötzlich führte Friesenheim zehn Minuten vor Spielende nur noch mit 21:19. Das Spiel drohte zu kippen. Doch das geschah nicht. Denn abermals war TSG-Torwart Kevin Klier einer der überragenden Spieler im Team. Er parierte erst gegen Mike Schulz (51.) beim Stande von 22:20 und wenig später abermals gegen Schulz (57.), als die TSG nur noch mit 24:22 vorne lag. Womöglich war diese Parade von Klier spielentscheidend. Zwar traf Schulz dann doch zum 23:24, aber Philipp Grimm und Stephan Just machten in der Schlussminute die Sensation perfekt.

Für Neuzugang Stephan Just war es ein grandioser Abend. Die TSG Friesenheim hatte den 33 Jahre alten Just unter der Woche verpflichtet - als Reaktion auf den Achillessehnenanriss von Ognjen Backovic. Mit dem ersten Tor im Spiel leitete Apollo, wie er genannt wird, den Sieg ein, mit dem letzten Tor der Partie krönte er seine tolle Leistung. Überdies war Just mit acht Toren erfolgreichste TSG-Werfer und auch der beste Torschütze im gesamten Spiel. „Das ist natürlich ein Top-Einstand”, sagte Just - mit anderen Worten: Es war ein Raketenstart von Apollo.

TSG Friesenheim: Klier - Clausen (2), Kogut (7), Just (8) - Grimm (4/1), Hauk (1) - Klimek (2) - Klee (1), Schmidt (1), Kraushaar

TV Emsdetten: Babin (17. - 55. Feshanka) - Arnarson (3), Selmanovic (5/2), Ragnarsson (2) - Kourtchev, Boomhouver - Thünemann (2) - Kavlik (2), Bozovic (2), Schulz (6), Kamp, Wesseling (1)

Spielfilm: 1:0 (5.), 10:2 (19.), 12:4 (24.), 14:4 (26.), 14:7 (30.), 16:6 (34.), 18:14 (41.), 21:19 (50.), 22:20 (51.), 24:21 (56.), 24:23 (58.), 26:23 (60.) - Zeitstrafen: 2/2 - Siebenmeter: 1/1 - 3/2 - Beste Spieler: Just, Kogut, Klier - Selmanovic, Schulz, Arnarson - Zuschauer: 1380 - Schiedsrichter: Fleisch/Rieber (Ostfildern/Nürtingen). (mne)