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- Pressestelle TSG Ludwigshafen-Friesenheim

Porträt HSG Düsseldorf

(ste) Ein bisschen Wehmut wird mitschwingen, wenn die HSG Düsseldorf als zweiter Heimspielgegner im Jahr 2012 in der Friedrich-Ebert-Halle auflaufen wird. In den vergangenen fünfzehn Jahren kam es zu 19 Zweitliga-Duellen zwischen den Eulen und den Düsseldorfer Handballern, doch die Partie Nummer 20 wird das letzte Aufeinandertreffen beider Vereine sein. Kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres meldete der HSV Düsseldorf e.V., seines Zeichens Gesellschafter der HSG Düsseldorf Spielbetriebs GmbH, Insolvenz an. Altlasten in Höhe von 350.000 Euro zwangen den Verein nach gescheiterten Investorenkonzepten in die Insolvenz. Nachdem der wirtschaftliche Träger der HSG Insolvenz anmeldet musste, ging vor knapp einer Woche auch der Insolvenzantrag der HSG Düsseldorf Spielbetriebs GmbH beim Amtsgericht Düsseldorf ein. Somit droht der HSG der Lizenzentzug, sollte das Insolvenzverfahren gegen den wirtschaftlichen Träger und gegen die GmbH nicht bis zum 30. April ausgeräumt sein. Aussichten auf eine erfolgreiche Sanierung des wirtschaftlichen Trägers sehen die Düsseldorfer Verantwortlichen nicht, so dass nach einer neuen Möglichkeit gesucht wurde, weiterhin hochklassigen Handball im Rheinland bieten zu können. Mit dem ebenfalls kriselnden DHC Rheinland hat man nur fünf Tage nach Verkündung der Insolvenz den Partner für eine zukünftige Spielgemeinschaft gefunden. Als DDHC (Dormagener Düsseldorfer Handball Club) Rheinland möchte man in der kommenden Saison auf Punktejagd gehen.

Im Umfeld der beiden Vereine aus dem Rheinland kamen schnell negative Stimmen auf. Vor allem die Fans beider Vereine können sich mit dem vorgeschlagenen Konzept, die Spiele des DDHC abwechselnd in Dormagen und Düsseldorf stattfinden zu lassen, kaum anfreunden. Kennt man die „Schäl Sick“-Ideologie der Rheinländer bezüglich der links- und rechtsrheinischen Lage der beiden Spielorte, so ist die Skepsis über die Spielgemeinschaft kaum verwunderlich. Verstärkt wird diese auch dadurch, dass beide Vereine der künftigen Spielgemeinschaft in verschiedenen Handballverbänden angesiedelt sind und die erforderlichen Genehmigungen der Verbände noch nicht erteilt wurden.

Es liegen also noch einige Steine auf dem Weg zum DDHC Rheinland. Für den Rest der aktuellen Saison tritt die HSG Düsseldorf jedenfalls „nur noch“ mit einer verstärkten zweiten Mannschaft an. Der Isländer Ernir Arnarson wechselte nach Bekanntgabe der Insolvenz nach Emsdetten, Torwart Mathias Lenz und Ex-Nationalspieler Michael Hegemann wechselten zum DHC Rheinland, um dort den Klassenerhalt zu sichern und Juniorennationalspieler Julius Kühn ging zum Ligakonkurrenten TUSEM Essen. Hinzu kommt der Ausfall von Alexander Auerbach, dem Torschützenkönig der letzten Zweitligasaison, der wegen einer Schulterverletzung noch bis April pausieren muss. Der Ausfall von Auerbach und die Winterabgänge sollen mit Spielern aus der zweiten Mannschaft und mit Marco Bauer, der von der U23-Mannschaft des TSV Bayer Dormagen kam, kompensiert werden. Dass dies für Nachwuchsspieler nicht uneingeschränkt möglich ist, ist unübersehbar. Kritiker des neuen DDHC sprechen gar von Wettbewerbsverzerrung.

Für den Düsseldorfer Handball bricht indes mit dem Jahr 2012 eine ungewisse Zukunft an. Die langjährige Geschichte der HSG Düsseldorf mit ihren Vorgängervereinen HSG Wülfrath/Ratingen, TuRU Düsseldorf und HSV Düsseldorf, mit vier Aufstiegen in die deutsche Eliteklasse, mit einer deutschen Vizemeisterschaft und mit einem EHF-Pokalsieg geht endgültig zu Ende. Die erfolgreiche Jugendabteilung der HSG, die maßgeblich vom noch aktuellen Fusionspartner ART Düsseldorf getragen wird und im Jahr 2010 durch einen 38:34-Finalsieg gegen die TSG Friesenheim die Deutsche Meisterschaft der A-Jugend holen konnte, wird wohl beim ART Düsseldorf einen Neuanfang wagen. Inwieweit ein Großteil der Fans und zahlreiche lokale Sponsoren die neue Spielgemeinschaft mit dem DHC Rheinland mittragen werden, ist noch offen, ebenso wie die Frage, ob die HSG nach den zahlreichen Abgängen noch eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufbieten kann. Für die Eulen gilt es im letzten Aufeinandertreffen mit der HSG den Vorrundensieg zu wiederholen und somit die Bilanz gegen die Rheinländer auf insgesamt sieben Siege zu verbessern.


Transfers
Gekommen:
Thomas Bahn (TV Weiden), Fabian Zarnekow (VfL Eintracht Hagen), Marco Bauer (TSV Bayer Dormagen U23), Mathias Lenz (SG BBM Bietigheim), Tim Bauer (BM Puerto Sagunto/ESP), Ernir Hrafn Arnarson (Valur Reykjavik/ISL), Alexander Auerbach (HSC Coburg), Dennis Backhaus (eigene Jugend), Henning Quade (Bergischer HC), Hendrik Halfmann, David Biskamp, Stephan de Clerque, Christoph Schreiber, Max Kronenberg, Markus Neukirchen (alle zweite Mannschaft)

Gegangen:
Matthias Puhle (HBW Balingen-Weilstetten), Marcel Wernicke (OSC Rheinhausen), Florian von Gruchalla, Mathias Lenz, Michael Hegemann (alle DHC Rheinland), David Hansen (SC Magdeburg II), Daniel Brack (HC KTV Altdorf/SUI), Bostjan Hribar (Eintracht Hildesheim), Patrick Fölser (SG Handball West Wien/AUT), Valdas Novickis (HC Brest Meshkov/BLR), Maximiliam Weiß (Bergischer HC), Ernir Hrafn Arnarson (TV Emsdetten), Julius Kühn (TUSEM Essen)

Der Trainer
Ronny Rogawska (geb. 14.02.1969), seit 2010 Trainer der HSG Düsseldorf

Internet
www.hsg-duesseldorf.de