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- Mannheimer Morgen

Kogut beißt auf die Zähne

Ludwigshafen. Der Hoffnungsträger kehrt ins Team zurück - endlich: Nach 57 Tagen Verletzungspause will Andrej Kogut sein Comeback feiern. Am nächsten Mittwoch, 20 Uhr, im ersten Spiel nach der Winterpause zählt für die abstiegsbedrohte TSG Friesenheim in der Zweiten Handball-Bundesliga gegen den TV Bittenfeld nur ein Sieg. "Es sieht gut aus. Ich habe zwar noch ein paar Schmerzen an der Operationsnarbe im Fuß, aber ich glaube, dass es gehen wird", sagt der 23-jährige Rückraum-Regisseur der Eulen.

Nur sieben der 18 Vorrundenspiele der TSG konnte der Junioren-Weltmeister von 2009 absolvieren - dann kam das bittere Aus. "Die Ärzte haben meinen Mittelfußbruch richtig diagnostiziert, aber falsch behandelt", ärgert sich der ehrgeizige Rückraumspieler nach wie vor. Sein letztes Spiel am 12. November bei der HG Saarlouis (35:38) konnte er wegen der Verletzung nicht durchstehen. "Wenn ich gleich operiert worden wäre, hätte ich nicht fast zwei Monate aussetzen müssen, ich habe sechs Wochen verschenkt."

Großes Verletzungspech

Diese Partie an der Saar bescherte der TSG gleich zwei Ausfälle, für Mittelmann Benjamin Matschke kam es mit einem Kreuzbandriss noch dicker als für Kogut. Er fällt bis zum Saisonende aus. "Zwei verletzte Rückraumspieler auf der Mittelposition - das ist herb", meinte Kogut. Kein Wunder, dass der Bundesligaabsteiger von den folgenden acht Duellen nur noch zwei gewinnen konnte und in Abstiegsgefahr geriet, zumal auch Rückraumspieler Ognjen Backovic und Torhüter Kevin Klier wochenlang fehlten.

"Wir werden da wieder rauskommen", ist sich Kogut sicher - auch wenn mit Nils Brandt und Mindaugas Veda nun zwei Linkshänder zum Zuschauen verdammt sind. "Zwei Siege in den Spielen vor eigenem Publikum gegen Bittenfeld und meinen Ex-Verein HSG Düsseldorf wären super", sagt Kogut. Doch bei seinem geplanten Comeback gegen die Bittenfelder hat er ein mulmiges Gefühl: "Der TV Bittenfeld ist eine Wundertüte: Man kann gegen die locker gewinnen - oder einbrechen."

Nach fast zwei Monaten Pause befindet sich der 17-fache Junioren-Nationalspieler zwar wieder in aufsteigender Form, aber er ist auch selbstkritisch genug, kleine Defizite nicht zu negieren: "Kondition und Ausdauer könnten besser sein, aber das kommt allmählich wieder." Immerhin musste er drei Wochen lang an Krücken gehen und konnte in dieser Zeit nur Oberkörpertraining absolvieren. Jetzt will er sich bei seinem Comeback etwas bremsen: "Man darf nicht zu viel wollen, ich darf auf keinen Fall überdrehen."

Koguts Zukunft bei der TSG ist offen, sein Vertrag läuft am Saisonende aus. "Ich möchte erste Liga spielen - wer möchte das nicht?", fragt der Student der Wirtschaftswissenschaft, der an der Fernuniversität Hagen eingeschrieben ist. Aber Kogut will nicht um jeden Preis wechseln: "Den Schritt zu einem Bundesligaklub kann ich wagen, aber dann muss alles stimmen", sagt er, "ich möchte nicht nur ein paar Minuten Einsatzzeit haben." Dass das gerade im zentralen Rückraum schwierig werden könnte, weiß er.

Deshalb will Kogut in den nächsten beiden Monaten auch den Blick auf die Planungen in Friesenheim richten: "Mal sehen, was sich da tut." Möglicherweise nichts Gutes: Kreisläufer Alexander Becker, der 2011 Junioren-Weltmeister war, denkt ebenfalls über einen Abschied nach.