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„Ich bin nicht in Panik verfallen”

Interview: Junioren-Weltmeister Andrej Kogut über sein erstes Spiel für die TSG Friesenheim nach seiner langwierigen Verletzung

Andrej Kogut kann sich vorstellen, auch nächste Saison bei der TSG Friesenheim zu spielen. FOTO: KUNZ-HARTMANN

Ludwigshafen. Andrej Kogut erlebte tragische drei Monate beim Handball-Zweitligisten TSG Friesenheim. Der Mittelmann hatte Probleme mit dem Mittelfuß. Er pausierte, trainierte, spielte - und hatte immer noch Schmerzen. Schließlich wurde ein Mittelfußbruch diagnostiziert. Kogut wurde operiert. Dabei war er vor seiner Verletzung in blendender Form. Gestern spielte der 24 Jahre alte Junioren-Weltmeister erstmals wieder nach seiner Leidenszeit für die TSG. 27:27 endete die Partie gegen Bittenfeld.

Herr Kogut, wie viel Kreuze haben Sie in den Kalender gemalt, als die Bestätigung kam, dass Sie gegen Bittenfeld endlich wieder spielen dürfen?
Drei Kreuze. Aber es hatte sich ja abgezeichnet. Ich habe es gefühlt, denn es lief gut. Jedenfalls habe ich mich gefreut, als mich der Arzt wieder gesund geschrieben hatte. Denn es hatte schon gekribbelt.

Was ging Ihnen in all den Wochen durch den Kopf?
Mir ging vieles durch den Kopf. Doch ich bin nicht in Panik verfallen. Es war ja nicht meine erste Verletzung. Ich habe mir immer überlegt, wann ich denn wieder anfangen könnte und ob ich schnell wieder zu meiner alten Leistungsstärke finde.

Leistungsstärke ist ein gutes Stichwort: Sie waren in Top-Form als Sie sich verletzt hatten. Ist dann so ein Rückschlag und der anschließende Leidensweg umso ärgerlicher?
Das hat mich ganz schön gewurmt. Wir standen nämlich mit 9:3-Punkten gut da. Die Mannschaft war dabei, sich optimal einzuspielen. Es lief richtig gut. Alle waren fit. Wir Spieler haben uns gut kennengelernt. Nicht auszudenken, wo wir jetzt stehen würden, wenn wir nicht so viele verletzte Spieler gehabt hätten - auf jeden Fall weiter oben in der Tabelle.

Sie mussten dann von der Tribüne tatenlos mitanusehen, wie sich die TSG gegen die Misere stemmte. Um wie viele Jahre sind Sie da gealtert?
Ich bin da nicht großartig gealtert. Ich habe vielmehr oft sehr geschwitzt und bin morgens mit einer rauen Stimme aufgewacht. Denn ich bin ein emotionaler Mensch und habe oft gebrüllt von der Tribüne aus, wenn ich etwas bemerkt hatte. Zum Glück sind bislang keine grauen Haare da.

27:27 endete das Spiel gegen Bittenfeld. War es ein Punktgewinn oder ein Punktverlust?
Für mich war es ganz klar ein Punktverlust. Ich habe leider dazu beigetragen, dass es dazu kam. Denn kurz vor Spielende habe ich in Überzahl den Ball verloren. Das darf nicht passieren, weil ich mit jedem auf Kriegsfuß stehe, dem bei uns so etwas geschieht. Und beinahe hätten wir dann noch verloren.

Ihr Vertrag endet im Juni. Bleiben sie?
Es liefen schon Gespräche. Klar würde ich gerne noch einmal Bundesliga spielen, aber ich will keine Harakiri-Aktion eingehen, denn ich war lange Zeit verletzt. Ich bin froh, dass ich hier spielen kann. Ende Februar, Anfang März will ich eine Entscheidung gefällt haben.

Interview: Marek Nepomucky