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Ein ehrgeiziges Talent

HANDBALL: Dominik Claus spielt erstmals für die deutsche Jugend-Nationalmannschaft. Die Neuverpflichtung der TSG Friesenheim ist der jüngste Akteur im Elitekader.

TALENT
Dominik Claus aus Waldsee bei seinem ersten Länderspiel. (foto: privat)

BERLIN. So ändern sich die Zeiten. Noch vor fünf Jahren stand Dominik Claus als Einlaufkind mit der spanischen Handball-Nationalmannschaft gegen Deutschland beim Spiel in der SAP-Arena auf dem Feld und starrte fasziniert die vielen Stars an. Jetzt trägt der 15 Jahre alte Pfälzer selbst ein Nationalmannschaftstrikot. Vor kurzem spielte das Nachwuchstalent der TSG Friesenheim erstmals für die deutsche Jugend-Nationalmannschaft gegen Frankreich in Oranienburg und Eberswalde. Auf der rechten Außenposition warf Claus beim 40:34-Sieg und der 30:37-Niederlage vier Tore und überzeugte Bundestrainer Klaus Dieter Petersen.

„Das war Gänsehaut pur, wenn man bei der Nationalhymne auf dem Spielfeld steht. Die beiden Spiele haben mir wahnsinnig viel Spaß gemacht”, berichtet Claus. „Es ist etwas Besonderes für Deutschland spielen zu dürfen.” Und diesmal hatte der in Waldsee lebende Claus ein Einlaufkind an der Hand.

Der Mann mit der Nummer sieben und dem DHB-Logo auf der linken Brust war der jüngste Spieler im 16 Spieler umfassenden Nationalkader. Die Berufung motiviert. „Ich werde an mir arbeiten, um den nächsten Schritt zu machen”, meint der Jugend-Nationalspieler. Deshalb verließ er seinen Heimatverein TG Waldsee vor wenigen Wochen. „Eigentlich wollte ich nicht weg. Es hat mir in den vergangenen Jahren dort sehr viel Spaß gemacht. Ich bleibe ein Fan der TGW”, sagt Claus.

Der Wechsel war aus sportlichen Gründen notwendig. „Mein Ziel muss es sein in den höchsten Klassen zu spielen”, betont er. Mit der B-Jugend der TSG Friesenheim will er das Final-Four erreichen und in der A-Jugend-Bundesliga eine gute Rolle spielen. So ist für das ehrgeizige Talent, das den Dänen Mikkel Hansen (AG Kopenhagen) als Vorbild nennt, tägliches Training, Pflicht. Kraft, Koordination, Stabilisation und Kondition stehen bei ihm ganz oben. Auf die faule Haut legen, das kennt Claus nicht. „Wenn es auch nur leichtes Jogging ist”, beschreibt er die aktive Erholung. Diese nutzt er nach den stressreichen Wochen mit den Qualifikationsspielen zur A-Jugend-Bundesliga und den drei Lehrgängen mit der Nationalmannschaft. „Ich bin etwas platt, jetzt mache ich zwei Wochen locker.” Dann steigt er in die Vorbereitung für die kommende Spielzeit bei der TSG Friesenheim ein. Das ist nicht alles. Einmal wöchentlich nutzt er auch die Gelegenheit, sich mit dem Nachwuchs der SG Kronau-Östringen zu messen. Ein Wechsel ins Handball-Internat der Rhein-Neckar-Löwen kam für ihn nicht in Frage. „Ich hatte zwar ein Angebot, aber ins Internat wollte ich nicht. Da sind mir mein familiäres Umfeld und die Schule in Speyer sehr wichtig.” Sein Vater Rainer Claus, Vorsitzender der TG Waldsee, der einst in der Regionalliga das Tor des TV Hochdorf hütete, hat seinem Sohn den Weg in den Leistungssport geebnet. Die Familie steht voll hinter ihm. Schwester Caroline ist der größte Fan. „Ich muss ihn immer wieder bremsen”, sagt Vater Claus.